Es ist einfach die Welt auf dem Pferderücken zu erobern, sagte Ghengis Khan (1162-1227). Er war zu seiner Zeit Großkhan und Gründer des mongolischen Reiches. Heute wird er von den Mongolen als Gründervater der Mongolei angesehen. In seiner Zeit als Kaiser stellte er ein Botensystem zusammen, das in wenigen Tagen zu Pferd von der Hauptstadt Kharkhorin bis zum Kaspischen Meer reisen konnte.

Aníta Margrét Aradóttir war 2014 in der Mongolei und nahm am längsten und schwierigsten Pferderennen der Welt, dem Mongolischen Derby, teil und ritt in 10 Tagen 1000 Kilometer auf mongolischen Pferden.

Aníta ist Reitlehrerin und hat an der Universität in Hólar studiert. Sie reitet, seit sie ein kleines Mädchen war, obwohl es in ihrer Familie keine Reiter gab. Das Interesse und die Liebe für die Pferde sind also definitiv ihre Leidenschaft.

„Nachdem ich am Mongolischen Derby teilgenommen hatte, wollte ich etwas ähnliches in meiner Heimat Island veranstalten. Ich dachte, dass Island perfekt für diese Art von Rennen sein würde“, sagt Aníta, die ihren Wunsch in Erfüllung gehen sah als sie als Angestellte des Islandpferdeverbandes Hilfe dabei bekam, ein Ausdauerrennen quer durch das isländische Hochland zu veranstalten. Cintamani war der Hauptsponsor.

Inwiefern profitiert die Reiterszene in Island von solch einem Pferderennen?

„Wir hoffen, dass wir das Interesse von vielen Leuten für diese neue Art von Wettbewerb gewinnen können und hoffentlich mehr Begeisterte für unseren Sport finden können; schließlich sind Ausdauerrennen unkompliziert und leicht zu verstehen. Wir wollen außerdem auf die Besonderheiten der Islandpferde, besonders deren Ausdauer, hinweisen. Ich bin mir sicher, dass das allgemeine Interesse für die Ausdauer von Pferden steigen wird.“

Das Rennen war folgendermaßen aufgebaut: Es nahmen vier Teams, bestehend aus einem Reiter, zwei Assistenten und drei Pferden, teil. Pro Tag wurden nur zwei Pferde eingesetzt.

Ausgangspunkt war der Hof Lýtingsstaðir in Skagafjörður. Die Route führte über Kjölur in den Süden und Endpunkt war bei Skógarhólar in Þingvellir, insgesamt 240 Kilometer in vier Tagen. Die Teilnehmer ritten täglich zwei Sprints von jeweils 25-35 Kilometern und nach jedem Sprint wurden der Puls und der Allgemeinzustand der Pferde von einem Tierarzt überprüft. Der Puls musste innerhalb von 30 Minuten auf mindestens 56 Schläge pro Minute gesunken sein, um Zeitstrafen zu vermeiden. Verletzungen bedeuteten auch Zeitstrafen. Helgi Sigurðsson war der Tierarzt der Veranstaltung, hat alle Pferde untersucht und die ganze Zeit genau beobachtet.

Die Teams waren: Hermann Árnason Pferdereise Guru (Team Hermann hestaferðir), Iðunn Bjarnadóttir (Riding Iceland Saltvík, die Siegerin), Annie Whelan USA (Íslandshestar) und Musse Hasselvall Schweden (Eldhestar). Annie und Musse kamen extra nach Island, um an dem Testrennen teilzunehmen. Die Reiter sind allerdings nur ein Teil, der andere sind die Angestellten. Ein Tierarzt und ein Schmied müssen abrufbereit sein. Im nächsten Jahr ist geplant, allen Teilnehmern GPS-Tracker zu geben, damit ihr Standort während des gesamten Rennens auf einer Webseite einsehbar ist.

Für solch ein Rennen müssen sowohl die Pferde als auch die Reiter gut vorbereitet und ausgebildet sein. „Ja, dieses Rennen war eine Probe und wir wollten viel daraus lernen. Wir hatten mit Komplikationen und Abenteuern zu tun, aber am Ende war es ein Erfolg. Natürlich gibt es Dinge, die wir ändern können und alle die geholfen haben, das Rennen zu planen werden das Konzept für Rennen in der Zukunft ausarbeiten. Wir haben viel gelernt, was der Fokus unseres ersten Rennens war. Wir haben gesehen, dass wir in Island Rennen veranstalten können und wir können erwarten, dass dies zu einem sehr beliebten Wettbewerb wird, da sowieso schon viele Menschen nach Island reisen um hier lange Distanzen zu Pferd zurückzulegen und die Natur zu genießen. Die Pferde, die teilgenommen haben, waren sehr stark und haben sich sehr gut geschlagen. Sie alle wurden im Sommer für mehrtägige Ritte genutzt und waren daher in ihrer Bestform. Für die Reiter besteht die Vorbereitung darin, viel zu Reiten. Das ist es, was ich gemacht habe als ich für die Mongolei trainiert habe. Es ist auch gut, Sport zu treiben und laufen zu gehen. Es ist wichtig, sich zu bewegen und stärker zu werden,“ sagt Aníta, die offensichtlich das nötige Wissen und die Erfahrung hat.

Die Ergebnisse

  1. Iðunn Bjarnadóttir, 18 Stunden und 40 min – Riding Iceland Saltvík
  2. Annie Whelan, USA 18 Stunden und 52 min – Íslandshestar
  3. Hermann Árnason, 19 Stunden und 3 min – Hermann hestaferðir
  4. Musse Hasselvall Schweden 19 Stunden und 4 min – Eldhestar

„Ausdauerrennen sind im Ausland sehr beliebt und es gibt vermutlich mehrere Millionen Teilnehmer und Interessenten. Der Markt ist ziemlich groß und wir sollten es schaffen, einen Teil davon nach Island zu bringen. Die Reiter aus dem Ausland, Annie und Musse, fanden dass unser Proberennen ein großer Erfolg war und dass Island das Zeug hat, ein solches Rennen in der Zukunft zu veranstalten. Sie hatten noch nie zu vor solch eine Landschaft gesehen und auch das Wetter war unvergleichbar. Sie mussten am dritten Tag während sehr starkem Wind reiten und sagten, dass sie sowas noch nie zuvor gemacht hätten,“ sagte Aníta und fügt hinzu: „Sie sagten außerdem, dass wir dank unseren Islandpferden und der isländischen Landschaft viele Vorteile hätten, diese Art von Wettbewerb in Zukunft zu einem großen Erfolg zu machen.“

Es wird spannend sein, die Weiterentwicklung der Ausdauerrennen in den nächsten Jahren in Island zu beobachten. Horses of Iceland gratuliert LH zu dem Erfolg des Proberennens und wünscht ihnen viel Erfolg mit der Arbeit, die vor ihnen liegt.

 

Text: Hilda Karen Garðarsdóttir. Übersetzung: Louisa Hackl. Fotos: Equestrian Association of Iceland

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